Article: Wie Sonnencreme getestet wird (und warum das wichtiger ist, als du denkst)

Wie Sonnencreme getestet wird (und warum das wichtiger ist, als du denkst)
Die meisten von uns gehen davon aus, dass alle Sonnencremes auf die gleiche Weise getestet werden. Man nimmt eine Flasche mit SPF 30 oder SPF 50 in die Hand, trägt sie auf und vertraut darauf, dass sie hält, was sie verspricht.
Doch hinter dieser Zahl steckt ein Testverfahren und nicht alle Testmethoden sind gleich.
Zu verstehen, wie Sonnencreme getestet wird, kann dir helfen, bewusstere Entscheidungen zu treffen, besonders wenn es um den Schutz deiner Haut und deiner Familie geht. Egal, ob du nach mineralischer Sonnencreme für empfindliche Haut suchst oder verschiedene SPF-Werte vergleichst, zu wissen, was diese Zahlen tatsächlich bedeuten, macht einen großen Unterschied.
Was bedeutet SPF(LSF) eigentlich?
SPF steht für „Sun Protection Factor“ (Lichtschutzfaktor). Er misst, wie gut eine Sonnencreme deine Haut vor UVB-Strahlen schützt, also den Strahlen, die Sonnenbrand verursachen.
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Wie SPF definiert wird: Das gilt allerdings nur, wenn die Sonnencreme korrekt und in ausreichender Menge aufgetragen wird. In der Praxis ist entscheidend, wie viel UV-Strahlung blockiert wird: |
Das wirkt vielleicht wie ein kleiner Unterschied. Aber SPF 50 lässt ungefähr nur halb so viel UVB-Strahlung durch wie SPF 30.
Laut der British Association of Dermatologists kann keine Sonnencreme 100 % der UV-Strahlen blockieren. Deshalb bleibt das Nachcremen alle zwei Stunden wichtig, unabhängig vom SPF-Wert.
Die Zahl allein ist jedoch nur aussagekräftig, wenn die Tests dahinter zuverlässig sind.
Wie wird Sonnencreme getestet?
Es gibt zwei Hauptmethoden zur Bestimmung von SPF- und UVA-Werten, die jeweils unterschiedliche Arten von Schutz messen.
1. In-vivo-Tests (Tests auf der Haut), SPF/UVB-Schutz
Dies ist die verpflichtende Methode zur Bestimmung des SPF-Werts bei Sonnenschutzprodukten, die im Vereinigten Königreich und in der EU verkauft werden. Sie wird durch die Norm ISO 24444:2019/Amd.1:2022 geregelt.
Dieser Ansatz zeigt, wie sich Sonnencreme unter realen Bedingungen verhält, da Faktoren wie Hautstruktur, Absorption und Auftragungsmenge berücksichtigt werden. Die SPF-Zahl auf der Verpackung basiert direkt auf diesem Verfahren.
2. In-vitro-Tests (Labortests), UVA-Schutz
Für den UVA-Schutz ist im Vereinigten Königreich und in der EU die In-vitro-Testmethode verpflichtend. Sie wird durch die Norm ISO 24443:2021 geregelt.
UVA-Strahlen dringen tiefer in die Haut ein und tragen zu vorzeitiger Hautalterung sowie Hautschäden bei. In-vitro-Tests gelten als etablierter Standard, um zu bewerten, wie gut eine Sonnencreme diese Strahlen filtert.
Warum gibt es unterschiedliche Testmethoden?
Die beiden Methoden existieren, weil sich SPF- (UVB-Schutz) und UVA-Schutz unterschiedlich verhalten und deshalb jeweils eine andere Herangehensweise benötigen, um sie präzise zu messen.
Im Vereinigten Königreich und in der EU sind beide Tests verpflichtend:
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SPF (UVB) → ISO 24444:2019/Amd.1:2022 → In-vivo-Tests an freiwilligen Testpersonen
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UVA → ISO 24443:2021 → In-vitro-Labortests
Beide Tests müssen abgeschlossen werden, bevor eine Sonnencreme Schutzangaben auf der Verpackung machen darf. Zusammen liefern sie ein vollständiges Bild der Breitband-Schutzleistung eines Produkts.
Regulatorische Vorgaben können sich in anderen Regionen unterscheiden, sowohl darin, wie Sonnenschutzprodukte klassifiziert werden, als auch welche spezifischen Testmethoden vorgeschrieben sind. Das grundlegende Ziel bleibt jedoch überall gleich: sicherzustellen, dass die auf dem Produkt angegebene Schutzleistung auch der tatsächlichen Leistung unter realen Bedingungen entspricht.
Warum das für dich wichtig ist
Für die meisten Menschen geht es bei Sonnencreme um eine einfache Frage:
Kann ich darauf vertrauen, dass sie meine Haut schützt, wenn es wirklich darauf ankommt?
Tests spielen eine wichtige Rolle dabei, diese Frage zu beantworten.
Das Verständnis der Testmethoden hilft dir dabei:
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fundierte Kaufentscheidungen zu treffen, basierend darauf, wie Produkte bewertet werden
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Schutzversprechen besser einzuordnen und zu verstehen, worauf sie basieren
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den passenden Schutz für unterschiedliche Situationen zu wählen (alltägliche Nutzung vs. längere Sonnenexposition)
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Vertrauen in den SPF-Wert auf der Verpackung zu entwickeln
Der SPF-Wert deiner Sonnencreme wird durch In-vivo-Tests auf menschlicher Haut bestimmt. Der UVA-Schutz wird durch In-vitro-Labortests überprüft. Beide Verfahren sind verpflichtend und beide sind wichtig.
Eine einfache Art, die Testmethoden zu verstehen
Du kannst dir Sonnenschutztests so vorstellen:
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In-vivo-Tests (ISO 24444) bestimmen den SPF-Wert, also wie gut die Formel vor UVB-Strahlen schützt, die Sonnenbrand verursachen. Getestet wird dabei auf menschlicher Haut.
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In-vitro-Tests (ISO 24443) bestimmen den UVA-Schutz, also wie gut die Formel die tiefer eindringenden Strahlen filtert, die zur Hautalterung beitragen. Getestet wird dabei im Labor.
Beide Verfahren sind im Vereinigten Königreich und in der EU verpflichtend. Zusammen bestätigen sie, dass eine Sonnencreme tatsächlich das leistet, was auf der Verpackung angegeben ist.
Was ist mit UVA-Schutz?
Während SPF den Schutz vor UVB-Strahlen misst (also vor Sonnenbrand), ist UVA-Schutz genauso wichtig. UVA-Strahlen dringen tiefer in die Haut ein und tragen zu vorzeitiger Hautalterung sowie Hautschäden bei.
Achte auf folgende Hinweise für Breitband-Schutz:
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UVA-Sternebewertung (britisches System, meist als Kreis mit Sternen dargestellt)
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PA-Bewertung (in einigen Ländern verwendet, erkennbar an Pluszeichen „+“)
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Den Hinweis „Broad Spectrum“ auf der Verpackung
Die British Association of Dermatologists empfiehlt Sonnenschutzprodukte, die sowohl UVA- als auch UVB-Schutz bieten, um die Haut umfassend zu schützen.
Mehr als nur der Test: Die richtige Anwendung ist entscheidend
Selbst die gründlichst getestete Sonnencreme bietet keinen ausreichenden Schutz, wenn sie nicht korrekt angewendet wird.
Eine im Journal of the American Academy of Dermatology veröffentlichte Studie zeigte, dass die meisten Menschen nur 25–50 % der empfohlenen Menge auftragen. Dadurch wird das tatsächliche Schutzniveau deutlich reduziert.
Das größere Gesamtbild
SPF-Werte sind wichtig, aber zu verstehen, wie sie bestimmt werden, kann dir mehr Vertrauen in die Produkte geben, die du für dich und deine Familie auswählst.
Da das Bewusstsein für Sonnenschutz weiter wächst, schauen immer mehr Menschen nicht nur auf die Zahl auf der Verpackung, sondern stellen auch tiefere Fragen zu Leistung, Zuverlässigkeit und Vertrauen.
Und das ist etwas Gutes.
Die Diskussion rund um Sonnenschutz entwickelt sich weiter: weg vom reinen Erfüllen regulatorischer Anforderungen hin zu einem besseren Verständnis dafür, wie Produkte unter realen Bedingungen funktionieren, also dort, wo Anwendung, Umgebung und konsequente Nutzung eine entscheidende Rolle spielen.
Was kommt als Nächstes?
Jetzt, da du verstehst, wie Sonnencreme getestet wird, stellt sich die eigentliche Frage:
Wie übersetzt sich das in den Alltagsschutz?
Nicht alle SPF-Angaben verhalten sich unter realen Bedingungen gleich. Anwendung, Umgebung und Formulierung spielen alle eine Rolle dabei, wie gut deine Haut tatsächlich geschützt ist.
In einem kommenden Artikel schauen wir uns an, wie verschiedene Testmethoden im Vergleich abschneiden und was das für deine tägliche Routine bedeuten könnte.
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Quellen
- British Association of Dermatologists. Sun protection and sunscreen guidelines.
- Skin Cancer Foundation. Sun Protection Factor (SPF).
- European Commission. Cosmetics Regulation (EC) No 1223/2009 and sunscreen recommendations.
- Journal of the American Academy of Dermatology. Studies on sunscreen application and photoprotection.
- ISO 24444:2019/Amd.1:2022. Cosmetics — Sun protection test methods — In vivo determination of the sun protection factor (SPF).
- ISO 24443:2021. Cosmetics — Sun protection test methods — In vitro determination of sunscreen UVA photoprotection.




